So entstand unser Garten

 

 

Wer der Gartenleidenschaft verfiel, ist noch nie geheilt worden.(Karl Förster)

 

In Glauburg, im Ortsteil Stockheim, wurde uns 1977 im ehemaligen Weinbaugebiet ein ca. 700 qm großes Hanggrundstück angeboten. Es liegt zwischen zwei Straßen, einer Spiel- und normalen Wohnstraße.

Unser Wunsch war, möglichst schnell zu einem Haus zu kommen. Und so entschlossen wir uns für einen Fertighausbau. Die Garage sollte im Haus sein, damit nicht noch ein zusätzliches Gebäude für das Auto erstellt werden mußte. Dadurch wurde das Grundstück allerdings durch eine 4 Meter breite Garageneinfahrt in zwei Gartenhälften geteilt.

Die Planung des Gartens machten wir selber, hörten aber auf die Ratschläge unserer Eltern, Freunde und Bekannten.

 

Ein ortsansäßiger Gärtner hatte nun die schwierige Aufgabe, unsere Vorstellungen in die Tat umzusetzen.

Eingezäunt wurde der Garten von einer Thuja- und Berberitzenhecke, auf der Spielstraßenseite durch eine Stützmauer.

Rhododendren, Azaleen, Birken, Fichten, Obstbäume und -sträucher, sowie Heide- und Blumenbeete bestimmten das Gartenbild.

 

Unser Leben änderte sich grundlegend durch den Ruhestand - wir werkelten im Garten, gingen zu Gartenausstellungen, kauften Gartenzeitschriften und -bücher. Statt Bildungsreisen interessierten wir uns jetzt für Gartenreisen. So lernten wir die bekannten Gärten in England, Frankreich, Belgien und den Niederlanden kennen.

Begeistert von den vielen, gesehenen Gartenbildern, die farblich in höchster Vollkommenheit auf einander abgestimmt waren, kehrten wir voller neuer Ideen nach Hause zurück.

Weitere Anregungen holten wir uns bei Besuchen in den Gärten der Mitglieder von der Gesellschaft der Staudenfreunde - zwischzeitlich waren wir dort Mitglied.

Mit diesem Wissen angehäuft, begannen wir mit der Planung und Umgestaltung unseres Gartens.

 

Eine neue Treppe, die vom Balkon in den Garten führt, bringt

uns den Garten näher in den Wohnbereich. Nun gelangen wir ohne große Umwege direkt in den Garten und zu einem Sitzplatz, der von Rosen umgeben ist.

 

 

An einem Wintertag - es hatte gerade etwas geschneit - nahmen wir eine Schiebkarre und mit ihrer Hilfe und viel Effet skizzierten wir auf dem Rasen die künftige Wegeführung. Mit den Fotos und einer Rohskizze bewaffnet, gingen wir zu einem Gartenbaubetrieb, der unsere Vorstellungen in die Tat umsetzen sollte.

Alte Pflastersteine konnten wir preisgünstig bei einem Landwirt erstehen, mit denen wir geschwundene Haupt- und Nebenwege mit Stufen und Treppen gestalteten.

Unterschiedliche Gartenbilder und ein großes Staudenbeet entstanden.

 

Nach Südengland führte unsere erste Gartenreise.

 

Bei einem Besuch von Cothay Manor waren wir vom Anblick zweier langgestreckter Beete voller Katzenminze, die in unbeschreiblicher Üppigkeit blühten, so fasziniert, dass wir beschlossen, so ein Beet müssen wir auch im Garten haben. Nicht in dieser Größe, aber so in der Art. Diese Beete erwachen dort im Frühling im strahlenden Weiß durch über zweitausend Tulpen "White Triumphator".

 

Kaum zu Hause angekommen, ging es an die Umsetzung unseres Planes. Dafür mussten einige qm Rasenfläche abgetragen werden. Wir schufen unser "Wau-Beet". Pflanzten 400 Narzissen und zusätzlich Katzenminze - wie in England gesehen.

 

Der Frühling hielt nun bei uns leuchtendgelb seinen Einzug, um sich dann später - verstärkt durch Allium - in ein tiefdunkles Blau zu verwandeln.

Jedoch im nächsten Jahr vermochten wir dieses prächtige Bild nicht wieder herzustellen. Wir ergründeten "Das Warum" und übererarbeiten eine neue  Gesamtplanung.

 

Heute teilt ein Buxband das "Wau-Bett" in vier kleine Dreiecke. In denen blühen an drei Rosenbögen, die die beiden durch einen Weg von einander getrennten Wau- und Staudenbeete überspannen, die Rosen

          Phyllis Bide mit der Clematis viticella "Mary Rose"

          Constance Spry mit Clematis Coralie

          Reine des Violettes

begleitet von zwei Hochstammrosen "Jacques Cartier", von Hemerocallis und Iris.

 

Auf der Staudenbeetseite des Rosenbogen pflanzten wir die Rosen

          Super Excelsa mit Clematis Petit Faucon

          Duchesse mit Clematis Juuli

          Falstaff mit Clematis Blue Angel.          

 

 

Rosenbogen mit Phyllis Bide im Vordergrund

Die nachstehenden Bilder zeigen Stauden im Frühjahr und Sommer 2014 aus dem zwischen "Gertrude-Jekyll-Weg" und "Rosenbogen-Weg"  liegenden Staudenbeet.

 

Das Rasenstück verkleinert sich wiederum, als die Idee eines "sunk garden" verwirklicht wurde. Moderne und historische Rosen sollten hier im Rosengarten überwiegend das Bild bestimmen.

 

Im hinteren Gartenteil ist unsere "Goldgrube". Da er in den Augen vieler nicht unbedingt eine große Zierde darstellt, haben wir ihn hinter einer Heidkrautmatte verborgen.  Vier Komposter nehmen sämtliche Garten- und Küchenabfälle auf. Ein Leistungsstarker Schredder zerkleinert alles Schnittgut. Die Würmer, gefüttert mit Kaffeesatz, tun ein Übriges. Wunderbare, lockere Gartenerde ist das Resultat. Die Bodenbearbeitung ist dadurch auch einfacher geworden. Auch unsere rote Gartenerde hat inzwischen die Farbe in Schwarz gewechselt. Im Laufe der Jahre haben wir nun auf dem ursprünglichen Boden eine neue Erdschicht von einem halben Meter. 

 

In den anderen Gartenteil gelangen wir entweder über ein paar Stufen von der Garageneinfahrt oder direkt von der Terrasse, die mit ihrem mediterranen Flair an vergangene Urlaubstage erinnert. Unterstrichen wird dieser südländische Eindruck von der aus über hundert Jahre alten, handgebrannten Brunnensteinen.

 

Ein kleiner Teich mit Goldfischen (der Bestand ist durch den Fischreiher inzwischen stark gelichtet), Libellen, Schmetterlingen und diversen, anderen Insekten, die sich hier ein Stell-Dich-Ein geben, bildet den Mittelpunkt dieses Gartenteil. Die Vögel nutzen den Quellstein als Tränke und die Kröten laichen hier.

Hier beherbergt auch eine aus alten Backsteien erstellte Ruine einen Sitzplatz, wo der Hausherr im Schein der untergehenden Sonne seiner Frau nach getaner Arbeit den sogenanten  "Ruinendrink" anbietet, den Arbeitstag Revue passieren lässt und neue Order für den nächsten Tag empfängt

 

Im Frühjahr 2009 erkannten wir bei einer kritischen Garteninspektion, dass unser Lagerplatz für Steine, Sand, Baumaterialien und sonstiges Gerümpel im Bereich des Teiches einen furchtbar, häßlichen Anblick bot, da die Lonicera zu dieser Jahreszeit noch nicht mit ihrem Laub diesen Schandfleck verdeckte. In diesem Eck sind auch die Wassertonnen aufgestellt. Hier mußte dringend etwas geschehen!

 

Zunächst mußte die 1,50 m breite Thujahecke beseitigt werden. Im unteren Bereich bei der Ruine pflanzten wir nun eine Eibenhecke, an die sich, getrennt durch eine Mauer, im künftigen Bauerngarten eine Buchenhecke anschloß.

Hinter dieser Mauer entstand nun eine "Großbaustelle". Hier wollten wir einen kleine Bauerngarten anlegen. 

 

Das Problem stellte sich jetzt, wohin in dem neugeschaffenen Teil des Gartens mit dem Baumaterial. Wir fanden ein von Rhododendren zur Straße hin verborgenes Plätzchen, das wir zum Garten hin mit Heidematten kaschierten.

 

Das eigentliche Gartenland wurde in drei kleine Beete aufgeteilt. In dem hinteren Beet fanden unsere bisher in Kübeln wachsenden Beerensträucher ihren Platz, das mittlere, welches durch Bux gevierteilt ist, ist dem Gemüseanbau vorbehalten. Im vorderen Beet stehen Tomaten und Kartoffeln, sowie Salat.

Bauerngarten - im Hintergrund der Lagerplatz für Baumaterialien.

 

Das Gemüsebeet

Auch eine Sitzbank lädt zum Ausruhen ein.